Die Gewässer der Berlenga-Insel verbergen ein einzigartiges Unterwassermuseum. Jahrhunderte der Seefahrt zwischen Portugal und dem Atlantik hinterließen eine Spur von Schiffswracks und archäologischen Überresten zwischen den Granitfelsen des Archipels — und machen dies zu einem der faszinierendsten Ziele für archäologisches Tauchen des Landes.
Warum ist Berlenga ein Ziel für archäologisches Tauchen?
Die geografische Lage der Berlenga, 12 km vor der Küste von Peniche, platzierte sie auf dem Weg mittelalterlicher und moderner Schifffahrtsrouten. Die Insel diente jahrhundertelang als Orientierungspunkt und Schutzhafen — und als Friedhof für Schiffe, die die Stürme des Nordatlantiks nicht überlebten. Das Ergebnis ist ein Meeresboden mit archäologischen Schichten vom 16. bis zum 20. Jahrhundert.
Die Klassifizierung der Berlenga als Naturreservat und UNESCO-Biosphärenreservat bedeutet, dass diese Überreste gesetzlich geschützt sind — nichts darf entfernt oder gestört werden. Dies hat die archäologische Integrität der Fundstellen bewahrt und hält das Meeresleben rund um die Wracks dicht, sodass jeder Tauchgang ein doppeltes Erlebnis ist: Geschichte und Biodiversität.
Die wichtigsten archäologischen Unterwasser-Fundstellen
Korvette General Reinach — das berühmteste Wrack
Die französische Korvette General Reinach sank 1918, während des Ersten Weltkriegs, in der Nähe der Berlengas. Die Trümmer liegen in Tiefen zwischen 20 und 35 Metern und sind damit für Taucher mit Open-Water-Zertifizierung zugänglich. Die Metallstruktur des Rumpfes ist mit Anemonen, Seesternen und bunten Schwämmen bedeckt, während Schwärme von Meerbarben und Muränen die inneren Winkel bewohnen. Er gilt als einer der besten Wracktauchgänge Portugals.
Nordwand — Geologie und Geschichte in Schichten
Die Felswand der Nordküste der Berlenga fällt auf 25-30 Meter ab, mit Höhlen und Spalten, die Keramikfragmente, Anker und Ladungselemente aus dem 17. und 18. Jahrhundert beherbergen. Auch wenn es sich nicht um intakte Wrackstrukturen handelt, erzählen diese verstreuten Überreste die Geschichte von Schiffen, die bei widrigen Bedingungen die Felsen berührten. Die Wand selbst ist spektakulär: bedeckt mit Tiefwasserkorallen, Nacktschnecken und pelagischem Leben.
Fort-Zone — geschützte historische Meeresgründe
Rund um das Fort São João Baptista, erbaut 1509, bergen die Gründe zwischen 5 und 15 Metern Überreste aus der aktiven Zeit des Forts — darunter Projektile, Eisenbeschläge und Schiffsfragmente aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Es ist eine flachere Tauchzone, ideal zum Schnorcheln an der Oberfläche mit Blick auf die Felsböden durch eine Unterwasserkamera.
Was es jenseits der Wracks zu sehen gibt
Archäologisches Tauchen bei Berlenga dreht sich selten nur um Geschichte. Die Dichte des Meereslebens rund um die archäologischen Stätten ist außergewöhnlich — ein direktes Ergebnis des Reservatsschutzes:
- Riesenkraken — häufig in den Trümmern der General Reinach gesichtet
- Mittelmeer-Muränen — bewohnen die historischen Felsspalten
- Schwärme von Brassen und Wolfsbarschen — rund um alle Unterwasserstrukturen
- Langusten und Seespinnen — unter historischen Steinen und Ankern
- Bunte Nacktschnecken — an den mit Kalkalgen bedeckten Wänden
Wie man zum archäologischen Tauchen bei den Berlengas gelangt
Der Zugang zu den archäologischen Tauchzonen der Berlenga erfolgt ausschließlich über das Meer, von Peniche aus. BerlengaTur bietet das Pack 4 mit Schnorcheln an, das einen Stopp in den geschützten Buchten der Insel einschließt — ideal für Anfänger und Schnorcheln an der Oberfläche. Für Gerätetauchen in den tieferen Zonen (einschließlich der General Reinach) ist ein zertifizierter Tauchanbieter mit Sitz in Peniche erforderlich.
Voraussetzungen für Wracktauchgänge
- Mindestens PADI-Open-Water-Zertifizierung (Advanced empfohlen für die General Reinach)
- Für Unterwasseraktivitäten im Naturreservat lizenzierter Anbieter
- BerlengaPass für den Aufenthalt auf der Insel
- Absoluter Respekt vor dem Verhaltenskodex des Reservats: kein Kontakt mit Strukturen oder Artefakten
Beste Zeit für archäologisches Tauchen bei Berlenga
Die beste Reisezeit für die Berlengas zum Tauchen liegt zwischen Mai und September, mit maximaler Sicht im Juni und September. Im Juli und August kann der Nordwind (Nortada) die Sicht verringern und die Oberfläche in exponierten Zonen aufwühlen. Der Mai bietet außergewöhnliche Sicht (bis zu 20 Meter an ruhigen Tagen) und weniger Andrang — ideale Bedingungen für Unterwasserfotografie.
Unterwasserfotografie an den archäologischen Stätten
Die Wracks und archäologischen Meeresgründe der Berlenga sind außergewöhnlich für Unterwasserfotografie. Die Kombination aus gefiltertem Atlantiklicht, dichtem Meeresleben und mit bunten Organismen bedeckten Strukturen erzeugt einzigartige Bilder. Um die Fotografie auf den Berlengas unter Wasser zu erkunden, empfiehlt sich eine Kamera mit Unterwassergehäuse oder eine dedizierte Aquakamera, mit Weitwinkelobjektiv, um die Wracks im Kontext einzufangen.
Buchen Sie Ihr Berlengas-Erlebnis
Zum Einstieg mit Schnorcheln in den Buchten der Insel und zur Entdeckung der historischen Gründe in den flachen Zonen:
- 🤿 Pack 4 — Hin- und Rückfahrt + Grotten + Schnorcheln — Mit Schnorchel-Stopp in den geschützten Buchten
- 🚤 Privattour — Für Gruppen, die bestimmte Zonen im eigenen Tempo erkunden möchten
Planen Sie Ihren Besuch: Lesen Sie den kompletten Berlenga-Reiseführer, lernen Sie den Katamaran für die Überfahrt kennen und sehen Sie sich Preise und Tickets an.
Bereit, Berlenga zu entdecken?
Sichere dir deinen Platz in einem unserer Reisepakete zur Insel Berlenga.
Reisepakete ansehen →





